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| Museum wirbt für den Circus |
Wovon Fritz Dillenberg, der Gründungspräsident der G C D (Gesellschaft der Circusfreunde in Deutschland e.V.), vor Jahrzehnten träumte, hat sein direkter Nachfolger, Friedel Zscharschuch (1922 - 1997) mit Hilfe seiner Frau und vielen Freunden in die Tat umgesetzt.
Am 15. Oktober 1974 öffnete das Erste Circus-Museum in Deutschland im Beisein vieler prominenter Gäste erstmals seine Pforten. Untergebracht war das Museum damals noch in den Privaträumen des Sammlers Friedel Zscharschuch im Preetzer Klosterbezirk.
Unter dem Titel "Wir waren Seiltänzer" wurde schon damals in einer besonderen Abteilung die Familiengeschichte der Kolter-Malmströms in eindrucksvoller Weise dargestellt.
Inzwischen haben die Malmströms ihr eigenes Familien-Museum am Stammsitz der Familie in Güstrow. Die Zusammenarbeit beider Museen ist gerade in den letzten Jahren intensiviert worden.
Von Beginn an gab es auch sehr enge Verbindungen zu den Bayerischen GCD-Mitgliedern. Diese haben die Preetzer Museumsarbeit aktiv und teilweise kritisch begleitet. Bis heute ist die, aus der "I A L" hervorgegangene und als gemeinnützig anerkannte "Hilfsgemeinschaft Bayerischer Artisten", ein ganz wichtiger Partner bei der Erledigung der Museumsarbeit.
Eine Erweiterung des Preetzer Museums wurde im Jahre 1984 möglich gemacht.
Die Stadt Preetz stellte dem Museum das Dachgeschoß eines Gebäudes in der Preetzer Innenstadt zur Verfügung. Die Kosten für den Umbau erhielt die Stadt Preetz aus den Eintrittsgeldern zurück. Die offizielle Eröffnung erfolgte durch den damaligen Landtagspräsidenten des Landes Schleswig-Holstein. Großen Anteil an der Erweiterung hatten u. a. die Circusfreunde Otto Hansen (22.04.20 - 25.07.94) und Bernhard Pankau ("BELEX").
Der Verleger Hansen hat sich in den Anfangsjahren der G C D große Verdienste bei der Herstellung der CIRCUS-ZEITUNG erworben.
Das Museum in Preetz entwickelte sich in den Folgejahren zu einem Publikumsmagneten in der Region. Um Gelder für die nächste Erweiterung einwerben zu können mußte ein Verein gegründet werden, der den Status der "Gemeinnützigkeit" erlangt hat.Dies gelang im Jahre 1990. Setdem ist der Verein der Freunde und Förderer des Circusmuseums zu Preetz e. V. alleiniger Träger des Museums.
Jetzt wurde es möglich großzügige Spenden der Städtischen Sparkasse zu erhalten. Diese Spendengelder ermöglichten dann die bisher größte Erweiterung.
Seitdem präsentiert das Museum in zwei Stockwerken auf einer Fläche von 316 qm. eine durch zahlreiche Sachspenden von Direktoren, Artisten und Tierlehrern angewachsene einzigartige Sammlung von Bildern, Plakaten, Kostümen, Requisiten und Circus-Modellen.
Nach dem Tod des Museumsgründers Friedel Zscharschuch im Jahre 1997 wurde auch dessen Sammlung, die einmal den Ursprung des Museums bildete, auf Wunsch seiner Erben in das Eigentum des Fördervereins überführt.
Längst reicht die zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche nicht mehr aus. Es werden deshalb immer wieder Wanderausstellungen organisiert und durchgeführt, an denen sich auch die Güstrower Freunde bereits beteiligt haben. Desweiteren sind gemeinsame Werbemaßnahmen durchgeführt worden. Der gemeinsame Flyer ist bereits in 2. Auflage erschienen. Auch der Videofilm "Vom Circus und den Kolter-Malmströms" wurde gemeinschaftlich hergestellt und finanziert.
Der Förderverein trägt dazu bei, dass das Preetzer Museum wegen seiner dokumentarischen Originalität weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins, ja sogar der Bundesrepublik Deutschland, zu einer anerkannten Kulturstätte geworden ist, die das circensische Gestern für das Morgen aufbewahrt und damit der Vernichtung unschätzbarer Werte Einhalt gebietet.
Das besondere Anliegen derer, die das Museum betreiben, ist es informativ zu unterhalten. Der Circusfan soll sein Wissen bestätigt und erweitert finden und der Zufallsbesucher kann sich über die vielseitige, farbige Circus-Welt freuen.
Aktuell wird in Preetz nach Unterbringungsmöglichkeiten gesucht, die dem Erfolg dieser Einrichtung Rechnung tragen. Es gibt bereits konkrete Pläne, das Museum in einem Bürgerzentrum zusammen mit dem Rathaus und anderen kulturellen Einrichtungen unterzubringen. Leider sind diese Pläne aus finanziellen Gründen zunächst zurückgestellt worden. Stadtverwaltung und Politiker bemühen sich jetzt zusammen mit dem Förderverein darum, zumindest das Museumsgebäude, Mühlenstraße 14, den aktuellen Erfordernissen anzupassen.
Axel Peers-Gloyer |
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